Neues taktiles Modell im Fort Oberer Kuhberg (DE): Barrierefreie Interpretation der Bundesfestung Ulm

Autor(en): Kristina Saur / Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH

Bild vorne: Taktiles Modell am rechten Kehleck des Fort Oberer Kuhberg von Matthias Burger, Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V.

Im Oktober 2025 wurde im Fort Oberer Kuhberg in Ulm ein neues Tastmodell eingeweiht, das die historische Festungsanlage erstmals barrierefrei zugänglich macht. Das detailgetreue 3D-Abgussmodell des Werks XXXII bietet Besuchern - insbesondere blinden oder sehbehinderten Menschen - eine neue, taktile Perspektive auf die Bundesfestung Ulm.

Seit 1974 setzt sich der Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. für den Erhalt, die Pflege und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Forts Oberer Kuhberg ein. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Ergänzungen vorgenommen, wie z.B. Innenausbauten, ein rekonstruiertes Festungsgeschütz, mehrere Mörser und das große Blockhausprojekt, das 2024 eröffnet wurde. Mit der jüngsten Ergänzung erhält das Festungsmuseum nun ein weiteres Highlight: ein detailgetreues 3D-Abgussmodell von Werk XXXII. Initiiert wurde das Projekt von Matthias Burger, dem ersten Vorsitzenden des Vereins, der bereits bei der Realisierung des taktilen Stadtmodells in Neu-Ulm wertvolle Erfahrungen gesammelt hatte. Auf der Grundlage historischer Pläne investierte er rund 200 Stunden in die CAD-gestützte Vorbereitung des Modells, bevor in einem aufwändigen Verfahren verschiedene Positiv- und Negativformen - teilweise mit Hilfe von 3D-Druck - hergestellt wurden. Das Aluminiummodell wurde schließlich von der Kunstgießerei Kollinger in Oberelchingen in traditioneller Sandgusstechnik gegossen. Das Ergebnis wurde im rechten Schluchtwinkel des Kastells fest installiert und ist nun dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich.

Besonders hervorzuheben ist die barrierefreie Gestaltung: Alle Teile der Festung sind mit erhabenen Schildern versehen, zusätzlich in Blindenschrift, so dass auch sehbehinderte Besucher ein räumliches Verständnis für die Festungsarchitektur gewinnen können. Zur Einweihung am 18. Oktober begrüßte der Verein rund 40 Gäste, darunter auch Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenverbands Baden-Württemberg. Bürgermeisterin Iris Mann betonte in ihrer Rede die Bedeutung des Modells für die inklusive Erschließung der Bundesfestung und wies darauf hin, dass es auch Spaziergängern auf dem Hochsträß einen niederschwelligen Zugang zur Geschichte der Festung bietet. Die Kosten für das Projekt - rund 25.000 Euro - wurden größtenteils durch Spenden gedeckt, ergänzt durch Zuschüsse der Bürgerstiftung und städtische Mittel. Mit dem neuen Tastmodell setzt der Verein ein starkes Zeichen für inklusive Kulturarbeit und bereichert gleichzeitig die touristische Erschließung der Bundesfestung Ulm: Der Besuch des Forts Oberer Kuhberg wird damit noch anschaulicher, zugänglicher und erlebbarer für alle.



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